Workshop: Skat (Wandergesellen sind an ihrer traditionellen Kluft (Kleidung) zu erkennen und spielen das beliebte Kartenspiel bis heute)
Handwerksgesellen auf der Walz (Wanderschaft)
Die Walz ist eine über 800 Jahre alte Tradition,
bei der Handwerksgesellen nach der Lehre für drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft gehen, um neue Arbeitstechniken und Erfahrungen zu sammeln.
Wandergesellen sind an ihrer traditionellen Kluft, dem Ohrring, dem Wanderstock und dem „Charlottenburger“ (ein Tuch für das Gepäck) zu erkennen. Sie müssen ledig, kinderlos und schuldenfrei sein.
Auf ihrer Reise sind sie auf Herbergen und Gaststätten angewiesen, die oft als Knotenpunkte für den Austausch dienten – Orte, an denen früher
auch Skat gespielt wurde.
Verbindung von Walz und Skat
Obwohl Skat ein spezifisches deutsches Spiel ist, gehörten Kartenspiele in den Herbergen der Wanderschaft schon immer zur Unterhaltung und zum Knüpfen von Kontakten. Die Wanderschaft führt Handwerker durch ganz Deutschland, und der traditionelle Halt in Thüringen (Altenburger Land) bringt sie direkt in das Herz der Skat-Kultur.
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Skat-Workshops und Skatrunden können bei allen regionalen Touristeninformationen erfragt werden. In der Touristeninformation in Altenburg kann man zusätzlich das beliebte Kartenspiel käuflich erwerben.
Skat AG’s in Schulen und Berufsschulen kann man vor Ort erfragen!
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Bis heute wird von Berufsschülern der Beruf des Zimmermanns (Holzhandwerker) erlernt.
Die Kluft (der Zimmermänner) hat eine tiefere Bedeutung:
Acht Knöpfe an der Weste: Repräsentieren die acht Arbeitsstunden pro Tag.
Drei Knöpfe: Stehen für die drei Lehrjahre oder die drei Wanderjahre.
Der Schlag an der Hose: Entstand ursprünglich in der Schiffszimmerei, um die Hosenbeine bei Arbeit im Wasser hochzukrempeln, außerdem dient er als Schutz vor Spänen in den Schuhen.
Ohrring: Wird traditionell mit dem Zimmermannsnagel ins Ohr geschlagen und galt früher als Absicherung für ein ordentliches Begräbnis.
Die Krawatte/der Schlips: Signalisiert, dass der Geselle schuldenfrei ist.
Lebendige Tradition:
In den letzten Jahren erlebt die Zunftbekleidung eine Renaissance, da besonders junge Handwerker, die elterliche Betriebe übernahmen oder selbst den Schritt in die Selbständigkeit wagten, diese Tradition (das Tragen der Kluft) weiterhin pflegen.
Sie ist ein Zeichen für Stolz auf das traditionelle Handwerk in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Und wird sowohl im Arbeitsalltag als auch auf Festen getragen!
Die Kluft schafft bis heute ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter Zimmerleuten und anderen Holzhandwerkern (schwarze Kluft).
Zunftkleidung wird traditionell von
Handwerkern wie Zimmerern, Dachdeckern, Maurern, Steinmetzen und Schornsteinfegern
getragen, oft als Arbeitskleidung oder während der Walz, (aber theoretisch darf heutzutage jeder Zunftkleidung anziehen, wenn ihm der Stil gefällt, auch wenn Außenstehende ihn dann dem Handwerk zuordnen könnten – bei vielen historischen Vereinen (die auf Festen auftreten) ist dieser Effekt sogar erwünscht).
Die Mode hat sich von einem strengen Standesmerkmal im Mittelalter zu einem schnelllebigen Ausdruck individueller Identität entwickelt.
Während früher Stoffe und Farben den sozialen Status definierten, prägten im 20. Jahrhundert Jahrzehnte-Trends (20er-Kleider, 50er-Petticoats, 80er-Schulterpolster) das Bild.
Heute bestimmen Schnelllebigkeit, Social Media und Nachhaltigkeit den Wandel.
Diese Entwicklung macht auch vor der alt ehrwürdigen Kluft nicht halt. Für gestandene Geschäftsfrauen, die ihre eigene Zimmerei führen, gibt’s mittlerweile auch die traditionelle Schlaghose als Sonntagsrock! Die Kluft gibt es überall dort, wo es Arbeitsbekleidung zu kaufen gibt!
Und die Frauen der Zimmermänner? Oft haben diese Berufe, eine eigene traditionelle Tracht die seit Jahrhunderten den Berufsstand unverwechselbar macht!
Traditionelle Trachten wie die Altenburger Bauerntrachten, die sorbischen Trachten, die Tracht der Bäckermeisterin oder die der Delfter Keramikhersteller kennen wir bis heute.
Rot war die Farbe der Schneider, im Erzgebirge wurde vorallem geklöppelt. Schlicht und meist schwarz war die Tracht, der evangelischen Frauen, die zu Hause über Haus und Kinder wachten.
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